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Österreich – Land der Berge und Frauenmorde?

Was Frauenmorde mit Abschiebeverfahren, Menschenrechtscharta oder Männlichkeitsbildern zu tun haben, und wie wir es schaffen, die öffentliche Sicherheit für alle zu gewährleisten.

Es ist Anfang Februar und uns erreicht die Nachricht, dass bereits die siebente Frau innerhalb kürzester Zeit ermordet worden ist. Die Morde an Frauen in Österreich sind zwar nicht direkt miteinander verbunden, doch lassen sich Gemeinsamkeiten erkennen: Die Täter sind immer (Ex-)Ehepartner, (Ex-)Lebensgefährten oder Brüder.

Flüchtlinge als Sündenböcke. Statt tatsächlich den Ursachen nachzugehen, wie beispielsweise den Besitzanspruch der Männer gegenüber den Frauen infrage zu stellen, will unser Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) über Flüchtlinge reden.

Die Herkunft der Täter wird zu Schand und Schau gestellt, denn mit Emotionen werden Kickls politische Ziele am besten transportiert: die Veränderung des Abschiebeverfahrens und somit die Veränderung internationalen Rechts (EMRK Europäische Menschenrechtskonvention). Damit soll die Abschiebung von Sexualstraftätern in unsichere Länder wie Syrien möglich gemacht werden. Was vordergründig nur Sexualstraftäter treffen soll, macht jedoch vor Familien, Kindern, Frauen und Lehrlingen keinen Halt!

Prävention und Investition. Wenn die öffentliche Sicherheit für alle in Österreich garantiert werden soll, müsste viel mehr in Präventionsmaßnahmen und Anlaufstellen für Frauen investiert werden. Und wir sollten offen über den tödlichen Sexismus reden.

Eine Möglichkeit Angriffen vorzubeugen, wäre beispielsweise die Verschärfung der Messergesetze. Denn die Verwendung von Messern als Tatwaffen für Gewaltverbrechen ist gestiegen. Außerdem gibt es in Österreich vergleichsmäßig lasche Regeln für den Erwerb, Besitz und das Mitführen von Messern.

Sinnvoll wäre auch, Safe-Spaces – also sichere Räume für betroffene Frauen und Männer – auszubauen und zu fördern. Doch gerade jetzt werden Organisationen wie den österreichischen Frauenhäusern die finanziellen Mittel gekürzt, sodass deren wichtige Projekte nicht mehr fortgesetzt werden können.

Männerbild. Daran ist festzumachen, dass die Maßnahmen der Regierung nicht besonders lösungsorientiert sind. Eine tatsächliche Auseinandersetzung mit den Frauenmorden in Österreich würde nämlich bedeuten, dass das bestehende Männerbild, welches mitunter auch von den Regierungsparteien propagiert wird, auch die Ursache für die Gewalttaten gegen Frauen ist.

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